Liebe Leser,
ich bügele jetzt meine Tüten hier. 'tschuldigt, falls der Umzug Umstände bereitet.
Sonntag, 17. April 2011
Sonntag, 10. April 2011
Wohlstandsgefährdung
„Eine vorschnelle Energiewende könnte den Wohlstand in Deutschland gefährden.“
Also sprach BDI-Präsident Keitel zwei Wochen nach Fukushima.
Erstmal hat mich das gründlich auf die Palme gebracht. Unser Wohlstand wäre gefährdet? Na, dann gefährden wir doch lieber Sicherheit und Gesundheit! Für einen Atomunfall bedarf es keines in der Tat in der Gegend um Biblis sehr unwahrscheinlichen Tsunamis, da gibt es andere mögliche Ursachen – Terrorangriffe, schlampige Kontrollen oder Sparen am falschen Platz. Wahrscheinlichkeit minimal? Konsequenz katastrophal!
Während ich meine Palme langsam wieder runter rutschte, schlichen sich allerdings andere Gedanken ein. Zwar bin ich der Ansicht, dass der deutsche Wohlstand generell eine Menge Gefährdung vertragen würde – der Keitel-Spruch ist profilaktisches Jammern auf hohem Niveau. Aber kann unsere Umwelt eine fortgesetzte und durch den Ausstieg aus der Atomenergie erhöhte CO2-Gefährdung vertragen? Das ist eine viel wichtigere und viel schwierigere Frage.
Selbst gestandene Umwelt-Aktivisten wie James Lovelock, Stewart Brand und Tim Flannery sagen, Nuklearenergie sei (jedenfalls vorläufig) unabdingbar, wenn wir das Aufheizen unseres Planeten irgendwie noch stoppen wollen. Der Energiehunger der Welt ist nun mal, was er ist – vor allem ist er eines: ständig wachsend – und ein sofortiges Abschalten aller AKWs wird nur zur Folge haben, dass noch mehr neue Kohlekraftwerke gebaut werden.
Ich fürchte, das stimmt. Zwar ist es theoretisch und technisch möglich, ohne zusätzliche Kohleverbrennung die Energiewende zu schaffen. Aber praktisch wird das kaum passieren, und schon gar nicht weltweit. Noch nicht mal europaweit.
Das heißt nicht, dass ich für Atomenergie bin, absolut nicht. Ich habe Angst vor dem Zeug; ich verlasse mich nicht darauf, dass die Produktion von Atomenergie und die Lagerung des Mülls in Salzstöcken oder in acht Kilometern Tiefe „sicher“ sind. Aber ebensowenig glaube ich, dass eine wirkliche grüne Wende stattfinden wird – oder dass sie rechtzeitig und weitreichend genug stattfinden wird.
Dienstag, 5. April 2011
Wer bügelt eigentlich die Tüten bei IKEA?
Unsere schwedischen Freunde sind schon klasse. Mal abgesehen davon, dass sie weltweit wahrscheinlich mehr Privatleben infiltriert haben als MI6, CIA und FSB zusammen, kommen sie immer wieder mit witziger Werbung, die so manchen prüden CIA-Agenten wahrscheinlich tief schockiert – siehe unten – und bringen es fertig einen vergessen zu lassen, dass diejenigen Möbel, die tatsächlich gut aussehen und auch eine Weile halten, gar nicht mehr so billig sind, wie die blau-gelben Kampagnen das immer vermuten lassen.
Aber das Erstaunlichste für mich sind bei IKEA die Tüten. Diese riesigen gelben Taschen, die man beim Reingehen über die Schulter hängt, im Laufe des Rundgangs mit Kleinkram füllt, schließlich ob des Gewichts auf einen Wagen hievt und an der Kasse gegen eine blaue (oder zwei) austauscht, in der man den Kram (von dem man die Hälfte nicht wirklich braucht) nach Hause schleift.
Also, die gelben Tüten werden im Schwedenshop hinterlassen und recycelt (müsste das nicht recycled heißen?), sprich sie tauchen am Eingang wieder auf. Und so sehr man sie auch vollgestopft und zerknautscht hat, die Exemplare am Eingang sind immer perfekt glattgefaltet. So glatt bekomme ich meine blauen Tüten nie (ich hab’s probiert, bevor ich mich an diesen Blog gemacht habe).
Wie machen die das?!
Wahrscheinlich stehen tief unter der IKEA-Erde Horden von blau-gelb gekleideten Gnomen an DUKTIG-Bügelbrettern und bügeln im schummrigen Licht zahlloser GLÄNSA-Deckenleuchten in Akkordarbeit die Tüten glatt. Als Belohnung gibt’s dreimal am Tag KÖTTBULLAR.
Skøl!
So, jetzt muss ich schnell los. Bei IKEA gibt’s gerade 365+ Bratpfannen ab € 11,99. Man kann nie genug Bratpfannen haben, laut Terry Prattchet sind die ideal im Kampf gegen Traum-Trome.
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